Welche verschiedenen Formen der Baufinanzierung gibt es? 2017-10-23T16:15:50+00:00

Welche verschiedenen Formen der Baufinanzierung gibt es?

Baufinanzierungen unterscheiden sich in solche mit laufender Tilgung und ohne laufende Tilgung (tilgungsfreie oder endfällige Darlehen):

• Annuitätendarlehen
• Baudarlehen mit konstanter Tilgung
• endfälliges Darlehen
• Vortilgerdarlehen
• variables Darlehen

1. Annuitätendarlehen

Die häufigsten Baufinanzierungen sind Annuitätendarlehen. Bei ihnen erfolgt die Rückzahlung in monatlichen Raten. Diese Raten setzen sich aus einem Zins- und einem Tilgungsanteil zusammen. Durch die Begleichung der Zinsen zahlen Sie die Kosten für die Baufinanzierung. Mit der Tilgung zahlen Sie das geliehene Geld zurück.

Zu Beginn der Rückzahlung ist der Zinsanteil deutlich höher und nimmt durch die Tilgung und die damit verbundene niedrigere Restschuld kontinuierlich ab. Dies ergibt während der Laufzeit des Darlehens ein anderes Verhältnis zwischen Zins- und Tilgungsanteil, da sich die Höhe der Monatsrate nicht ändert. Das bedeutet: Sie begleichen weniger Zinsen und verwenden einen höheren Anteil der Rate für die Tilgung.

Annuitätendarlehen haben in der Regel eine lange Laufzeit. Wichtig: Der Zinssatz bleibt nicht während der gesamten Laufzeit gleich, sondern endet mit der festgelegten Zinsbindungsfrist.

Nach Ablauf der Zinsbindungsfrist erfolgt eine Neuverhandlung der Konditionen. Bei zwischenzeitlich gestiegenen Zinsen fällt die Darlehensrate dann höher aus. Bei niedrigeren Zinsen reduziert sich die Höhe der monatlichen Rate.

Ein Nachteil des Annuitätendarlehens ist die im Vergleich mit anderen Finanzierungen lange Laufzeit und die damit verbundenen Zinskosten. Als Vorteil gilt, dass Sie während der Zinsbindungsfrist die Höhe der monatlichen Belastung genau kennen.

2. Baudarlehen mit konstanter Tilgung

Diese Art der Baufinanzierung kommt weniger bei Eigenheimen als bei gewerblichen Immobilien zum Einsatz. Die Rückzahlung erfolgt in Monatsraten, die sich wie beim Annuitätendarlehen aus einem Zins- und einem Tilgungsanteil zusammensetzen.

Im Unterschied zum Annuitätendarlehen bleibt bei Baudarlehen mit konstanter Tilgung die Höhe der Tilgung während der gesamten Laufzeit gleich. Je mehr Sie also das ursprüngliche Darlehen tilgen, desto geringer fällt der Zinsanteil und die Monatsrate aus.

Der Vorteil dieser Finanzierung ist, dass Ihre monatliche Belastung kontinuierlich sinkt. Nachteilig wirkt sich der hoch angesetzte Tilgungssatz aus. Dieser ist nötig, um das Darlehen in einem überschaubaren Zeitrahmen abzubezahlen. Der höhere Tilgungsanteil erhöht die anfängliche Monatsbelastung stark.

3. Endfällige Darlehen

Bei endfälligen, tilgungsfreien Darlehen oder Darlehen ohne laufende Tilgung zahlen Sie eine monatliche Rate, welche die Zinsen tilgt. Der Tilgungsanteil fließt in einen Sparplan, eine Lebensversicherung oder in einen anderen Tilgungsträger. Wird das Darlehen fällig, steht der Tilgungsträger bereit, um das Darlehen durch eine einmalige Zahlung komplett zu tilgen.

Der Nachteil dieser Baufinanzierung besteht in gleichbleibenden Schulden während der gesamten Laufzeit, sodass sich die Zinslast nicht reduziert.

Vorteile ergeben sich im Idealfall aus der Wahl des Tilgungsträgers. In Fällen, in denen eine Lebensversicherung zum Tilgungsträger gehört, lassen sich monatliche Beiträge unter bestimmten Voraussetzungen komplett steuerlich geltend machen. Dies wären:

• Abschluss der Versicherung vor 2005
• Laufzeit von zwölf Jahren oder länger
• Ansparungszeit von fünf Jahren oder länger

Eine Lebensversicherung als Tilgungsträger kann sich allerdings auch nachteilig auswirken. Die Versicherungssumme reicht in manchen Fällen nicht aus, um das Baudarlehen komplett zu tilgen. Deswegen berücksichtigen Geldgeber die garantierte Versicherungsleistung, nicht die erwartete.

Um genug Kapital anzusparen, sind dann hohe Beträge notwendig, die sich aus den Zinsen und dem Versicherungsbeitrag zusammensetzen. Sind Sie in der Lage, diese Doppelbelastung finanziell zu schultern? Wir beraten Sie gern bei allen offenen Fragen!

4. Volltilgerdarlehen

Hierbei handelt es sich um eine Form des Annuitätendarlehens mit festgeschriebenem Zins- oder Tilgungssatz über die gesamte Laufzeit. Die Höhe des Tilgungssatzes hängt von der vereinbarten Laufzeit ab. Diese beträgt in der Regel zwischen zehn und zwanzig Jahren.

Das Volltilgerdarlehen birgt den Vorteil der Zinssicherheit über die komplette Laufzeit. Des Weiteren bietet es eine hohe Sicherheit in der Kalkulation, da die Rate während der gesamten Laufzeit gleich bleibt.

Der Nachteil: Um das Darlehen in einem überschaubaren Zeitraum zurückzuzahlen, bedarf es eines hohen Tilgungssatzes. Der mündet in eine hohe Darlehensrate, die für viele Kreditnehmer zu hoch ist.

5. Variable Darlehen

Diese Baufinanzierung zeichnet sich durch einen nicht festgeschriebenen, sondern den Zinsentwicklungen in regelmäßigen Abständen angepassten Zinssatz aus. Sinken die Zinsen, profitieren Sie von einer reduzierten Darlehensrate. Steigen sie, führt das zu einer höheren Monatsbelastung.

Der Vorteil des variablen Darlehens ist die jederzeit mögliche Kündigung – ohne die Berechnung einer Vorfälligkeitsentschädigung zu Ihren Lasten. Für Sie heißt das: In Zeiten eines ungünstigen Zinsniveaus – von dem Sie erwarten, dass es sich in den nächsten Jahren noch verschlechtert – schließen Sie im Idealfall ein variables Darlehen ab. Nach einer Zinssenkung steigen Sie auf das klassische Annuitätendarlehen um. Gern beantworten wir Ihre Fragen dazu!

Ein variables Darlehen eignet sich auch, wenn Sie einen Baukredit zur Überbrückung benötigen. Dieser Fall ergibt sich, wenn in absehbarer Zeit eine größere Erbschaft ansteht oder sich andere Geldquellen erschließen. Anders als bei einem herkömmlichen Baudarlehen sind Sie in der Lage, ein variables Darlehen jederzeit ohne Zusatzkosten zu kündigen.

Haben Sie noch offene Fragen? Wir helfen Ihnen gerne!

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