Kaufen oder bauen? 2017-10-23T16:17:31+00:00

Kaufen oder bauen?

1. Kaufen

Wie eine Immobilie zum Verkaufsobjekt wird, ist sehr unterschiedlich. Für Kaufinteressenten ist es allerdings eine schnelle Lösung, sich den Traum vom Wohneigentum zu erfüllen. Lage, Preis und Gebrauchtzustand wirken sich stark auf den Marktpreis aus. Trotz eventueller Nachteile kann ein solches, bereits gebautes Haus auch eine Inspiration für die Käufer sein, vielleicht, weil sie genau von so einer Architektur geträumt haben. Vor dem Kauf kann eine Checkliste mit individuellen Auswahlkriterien die Suche nach einer bestimmten Immobilie erleichtern.

Ein Haus kaufen – schneller Weg ins Eigenheim

Eine Immobilie ist manchmal sofort gefunden, manchmal umfasst die  Suche  aber auch Monate oder gar Jahre. Dennoch lohnt es, vor Ort oder online immer wieder die aktuellen Immobilienangebote zu durchstöbern. Denn häufig gelangen gut erhaltene Eigenheime in eine Auktion oder müssen als Erbgut schnellstmöglich verkauft werden. Diese Eile kann für Interessenten bedeuten, dass sie ein Haus besonders günstig erwerben können. Denn in beiden Fällen liegt der Verkaufspreis um zweistellige Prozentsätze unter dem eigentlichen Immobilienwert. Eine weitere günstige Gelegenheit, schnell ins Eigenheim zu kommen, sind Häuser jenseits begehrter Grundstücksgebiete. Die Erschließung und Ausstattung ist dort durchaus modern, allerdings aufgrund der weniger gesuchten Gegend ist die Verkaufschance nur bei guten Preisen überhaupt vorhanden. Natürlich ist ein fertiges Haus mit Abstrichen zu betrachten, was die Gestaltungsfreiheit angeht. Aus statischen Gründen sind Umbauten nur bedingt möglich, wenn nicht sogar bei denkmalgeschützten Gebäuden verboten. Aber wer sich solche Immobilien aussucht, hat meist ein nostalgisches Interesse an genau dem, was andere einst erbaut haben.

Schnell bedeutet auch beim Kauf eines fertigen Hauses nicht unbedingt, dass die Käufer sofort einziehen können. Manchmal möchten sich Menschen demnächst wohnlich verändern und geben aus diesem Grund eine Immobilie auf. Sie wohnen noch darinnen und versuchen, über den frühen Verkauf ihre Veränderungspläne zu finanzieren. Der Käufer sieht dabei im günstigen Fall sein künftiges Traumhaus buchstäblich, „wie es leibt und lebt“. Das kann attraktiv sein und inspiriert Interessenten für die eigenen, späteren Einrichtungspläne. Schließlich kommen Immobilien auch auf den Markt, wenn die Bewohner aus gesundheitlichen Gründen ausziehen müssen. Solche Hauskäufe werden in der Regel binnen weniger Monate abgewickelt, da die Bausubstanz im bewohnten Zustand besser erhalten bleibt als bei einem langen Leerstand. Charmanter Altbau, Denkmal oder Neubau im Verkaufsstatus – für diejenigen, die den Bauaufwand vermeiden möchten und die Architektur mögen, sind all diese Verkaufsgründe eine gute Möglichkeit, preisgünstig und oft in der bevorzugten Wohnlage ins Eigenheim zu gelangen.

Warum viele Interessenten fertige Immobilien kaufen

Schönheit liegt im Auge des Betrachters, das gilt auch für Immobilien. Die einen wollen unbedingt ein preisgünstiges Schnäppchen bekommen und verzichten dafür auf einen Teil ihrer eigentlichen Träume vom Eigenheim. Andere betrachten das Häuschen oder die Eigentumswohnung im Kontext mit der Umgebung. Diese Argumente nennen Käufer für ihre Entscheidung zum Hauskauf am häufigsten:

Preisliche Gründe

Wer sich den Traum vom Eigenheim durch Kaufen erfüllen möchte, betrachtet im Vergleich zum Preis eines Fertighauses die Baukosten und die zu erwartende Bauzeit für einen Neubau. Möglicherweise haben diese Interessenten im Augenblick des Immobilienfundes auch kein höheres Budget zur Verfügung. Liegen für die Kaufentscheidung preisliche Gründe vor, dann muss das günstige Objekt klug ausgewählt werden. Dämmwerte, der bauliche Gebrauchtzustand, die Ausstattung und Lage können bei auffallend niedrigen Preisen nachteilig bis überholungsbedürftig sein. Diese eventuellen Nachbau-, Umbau- und Sanierungskosten kommen nach dem Kauf unweigerlich auf die Käufer zu. Nun, falls bei der entsprechenden Hochrechnung der Endpreis tatsächlich noch günstiger als bei einem Hausbau bleibt, kann von einem wirklichen Schnäppchen gesprochen werden.

Lagebedingte Gründe

Ein schiefes Dach, wenig Wohnfläche oder nur ein kleiner Garten stören Interessenten wenig, die sich ein Haus zum Kauf in schöner Lage aussuchen. Natürlich gilt auch hier, dass der Zustand des Hauses die Folgekosten möglichst gering halten sollte. Aber wer stadtnah wohnen möchte, nimmt dies möglicherweise bewusst in Kauf. Wen es aufs Land zieht, der fühlt sich vielleicht auch in seinem schon fertig gebauten „Häuschen im Grünen“ wohl, falls es nicht direkt vor einem Autobahn-Zubringer liegt oder die Verkehrsanbindung zu wünschen übrig lässt. Berücksichtigt werden sollten bei der Auswahl der bevorzugten Traumlage unbedingt auch die nachbarschaftlichen Bedingungen. Es schadet nicht, schon während der Besichtigung einer Immobilie Kontakt zu den Menschen vor und hinter der potenziell zukünftigen Wohnadresse aufzunehmen. Denn das schönste Häuschen bringt nicht das ersehnte Wohlgefühl, wenn die Menschen in der Nachbarschaft nicht wenigstens ein bisschen sympathisch und aufgeschlossen wirken.

Nostalgische Interessen an bestimmten Immobilien

Altbauten stehen zum Teil unsaniert, teilweise in frisch saniertem Zustand zum Verkauf. Obwohl es an manchen Gebäuden schon auf den ersten Blick jahrelang etwas zu erneuern gibt, verlieben sich Menschen durchaus in solche Objekte – weil sie architektonische Perlen sind, meist historischer Art. Vor allem altes Fachwerk oder andere, sichtlich aus früheren Jahrhunderten stammende Immobilien haben gute Chancen, Käufer mit nostalgischen Interessen zu finden. Wer eine solche Immobilie ins Auge fasst, sollte sich vorher aber erkundigen, welche Möglichkeiten für die Sanierung oder geplanten Umbauten die Gemeinde oder die Bauaufsicht überhaupt erlauben. Denn die nostalgische Optik soll gemäß den Bestimmungen des Denkmalschutzes möglichst originalgetreu erhalten bleiben. Da kann es schon sein, dass nur bestimmte Farben und Materialien für die Fassadensanierung erlaubt sind oder die Innenräume in ihrer Einrichtung mit Vorschriften belegt sind. Da es sich häufig um schlecht verkäufliche Gebäude handelt, verschweigen Makler gelegentlich solche Details. Erst beim Notar würde dann der eigentliche Aufwand bekannt, vor allem könnten die Auflagen für die Gestaltung oder Umgestaltung einer solchen Immobilie Käufer in ihren Plänen stark einschränken.

Wer mit nostalgischen Interessen auf Haussuche geht, kann dafür schon im Erstkontakt den Makler zu den Auflagen befragen. Es gibt häufig Musterverträge, die rechtzeitig einen Einblick hinsichtlich der Denkmalauflagen geben. Das braucht kein Grund zum Umdenken zu sein. Es ist aber leichter, mehrere solcher Objekte zu vergleichen, um daraus das individuell preisgünstigste mit den meisten Zugeständnissen zu wählen. Gelegentlich sind auf dem Markt auch Immobilien mit der Auflage zur Sanierung zu finden. Nur ein Gutachten vor dem Kauf kann dabei helfen, Anschaffungspreis und unweigerliche Folgekosten miteinander zu vergleichen. Stimmen Budget, nostalgische Interessen und Auflagenumfang überein, erfüllen sich die Käufer selbst einen Wunsch und tragen gleichzeitig zum Erhalt sehenswerter, historischer Originale bei.

Vor- und Nachteile des Fertigkaufs von Häusern

Viele mögliche Vorteile des Fertigkaufs finden sich in möglichen Gründen und finanziellen Abwägungen wieder. Es gibt aber auch Nachteile, die in der Euphorie nicht übersehen werden sollten.

Vorteile

  • Es entsteht keinerlei zeitlicher Aufwand für Baugenehmigungsverfahren, Planung und Bau eines Hauses
  • Objektabhängig: Es kann sofort oder nur mit geringen Vorbereitungen eingezogen werden
  • Viele Immobilien entsprechen unverändert dem Geschmack der Kaufinteressenten und kommen dem Traum vom Eigenheim somit in Fertigbauweise entgegen
  • Viele Immobilien werden aus Eilgründen als wahre Schnäppchen angeboten
  • Marktlage bestimmt für gewisse Objektlagen zu günstigen Kaufzeiten niedrige Anschaffungspreise
  • Gut sanierte Häuser haben schon den nötigen Energiepass und werden die Nebenkosten künftig definitiv niedrig halten

Nachteile

  • Objektabhängig: nicht so viele Gestaltungsmöglichkeiten wie bei der Planung eines Neubaus
  • Möglicherweise hohe Folgekosten für nötige Sanierungen oder Umbauten
  • Nachteile bei der Finanzierung, höherer Zinssatz aufgrund des Beleihungswertes
  • Höhere Nebenkosten
  • Keine Garantie und Gewährleistung wie beim Neubau durch Bauträger
  • Objektlage steht schon fest und kann nicht verändert werden
  • Bei denkmalgeschützten Immobilien mögliche Einschränkungen für Umgestaltungen oder Sanierungen

Angebot und Nachfrage als Preisbilder beim Immobilienkauf

Immobilienpreise fallen eher im ländlichen Raum. Sie steigen stärker in begehrten Wohngegenden. Auch die Grundstückspreise in einem solchen Gebiet wirken sich auf den Preis fertiger Immobilien aus, auf Neubauten ebenso wie auf Altbauten. Es geht bei dieser Handelsform häufig darum, dass begehrte Wohnlagen als sichere Investition in die Zukunft gelten. Käufer mit diesem Gedanken möchten nicht unbedingt selbst im Gebäude leben. Je mehr Interessenten auf diese immobilen Wertanlagen setzen, desto höher liegen die Preise der entsprechenden Lage. Ist dagegen nur eine schwache Infrastruktur vorhanden, womöglich die Verkehrsanbindung schlecht oder die Ausstattung „von vorgestern“, dann sinkt der Grundstücks- und mit diesem auch der durchschnittliche Immobilienwert.

Die Nachfrage an Häusern in gut saniertem Zustand und mit zeitgemäßen Energiewerten ist höher als an älteren, renovierungs- und sanierungsbedürftigen Objekten. Viele Käufer haben bei hohem Alter oder langem Leerstand Angst vor unentdeckten Schäden. Diese Angst ist nicht unberechtigt, kann aber durch ein Gutachten rechtzeitig überprüft und somit beruhigt werden. Wer Schnäppchen unter den Immobilien sucht, kann sich selbst bei Eilverkäufen nicht auf einen besonders günstigen Preis verlassen. Denn dort, wo Investoren und finanzkräftige Käufer am liebsten ihre Häuser kaufen, bleibt selbst ein Eilverkauf kostenintensiv. Am besten gelingt die Auswahl des Traumhauses zum Traumpreis langfristig. Dazu sollte der Markt in der Wunschregion beobachtet werden, vielleicht auch das Gespräch mit anderen Käufern gesucht werden. Allerdings möchten Käufer eines fertigen Hauses ja schnell für ihr Wunschbudget umziehen, was wiederum einer professionellen, langfristigen Analyse von Angebot und Nachfrage entgegensteht.

Auswahlkriterien für den Kauf einer Immobilie

Diese fünf Aspekte müssen auf jeden Fall gründlich überprüft werden, wenn eine Immobilie in die nähere Auswahl für einen möglichen Kauf kommt:

1. Alter

Eine Verkaufsanzeige mit der Angabe „Neubau aus 19xx“ ist eigentlich eine schön geredete Altbau-Anzeige. Denn nach spätestens zehn Jahren im bewohnten Zustand kommen auch im solidesten Objekt Renovierungen oder Sanierungen auf die Käufer zu. Steht hier allerdings „Renovierter/sanierter Neubau aus 19xx“, dann spricht vieles für ein gesetztes Alter, das aber mit den nötigen Auffrischungsmaßnahmen für weitere Jahre den Sanierungs- und Renovierungsaufwand und somit Folgekosten gering hält. Bei richtig alten Immobilien muss unbedingt auf deren mögliche Auflagen gemäß dem Denkmalschutz geachtet werden.

2. Pflegezustand

Eine Verkaufsimmobilie sollte außen wie innen erkennen lassen, dass die Vorbewohner Wert auf die nötige Sauberkeit gelegt haben. Dies ist in der Regel umso besser, je kürzer ein Haus unbewohnt war. Sehr lange leerstehende Gebäude können aufgrund des schlechten Pflegezustandes leicht einen Schaden übersehen lassen, der die Bausubstanz verschlechtert. Ein solches Objekt sollte sehr gründlich hinsichtlich dieses Risikos untersucht werden, bevor ein Kaufvertrag abgeschlossen wird.

3. Renovierung

Bei einem entsprechend günstigen Kaufpreis spricht nichts dagegen, auch eine renovierungsbedürftige Immobilie anzuschaffen. Es muss den Käufern aber ungefähr vorab bekannt sein, welcher potenzielle Finanzaufwand für die nötigen Sanierungs- und Renovierungsmaßnahmen auf sie zukommt. Denn wer im Eigenheim wohnen möchte, möchte künftig keine Miete mehr zahlen. Hohe Folgekosten können aber durchaus eine Belastung von mindestens der Miethöhe bedeuten.

4. Ausstattung

Je moderner ein fertiges Haus ausgestattet ist, umso zeitgemäßer werden die künftigen Besitzer darin leben können. Fehlen wichtige Ausstattungsdetails, muss abgeklärt werden, ob dies einfach bisher versäumt wurde oder ob gar wesentliche, zeitgemäße Ausstattungen unmöglich sind. Bei der Ausstattung muss auch der Raumschnitt beachtet werden, da es bei älteren Häusern in manchen Gegenden wahre Winkelwunder gibt, bei denen die angegebene Wohnfläche aufgrund des schlechten Schnitts deutlich geringer als erwartet ausfällt.

5. Lage

Die Infrastruktur, die Verkehrsanbindung und die landschaftliche Lage bestimmen ebenfalls darüber, ob der verlangte Kaufpreis dem tatsächlichen Wert einer Immobilie entspricht. Häuser in Hochwassergebieten sind ein typisches Beispiel dafür, dass eine an und für sich gute Lage nicht auch einen günstigen und langfristig erfreulichen Hauskauf bedeutet. Wer gerne bequem lebt, ist mit einem Häuschen am Hang eher schlecht beraten, und wer die Stadt mag oder gar beruflich braucht, wird ohne die nötige Verkehrsanbindung mit einer solchen Immobilie nicht zufrieden sein.

Haus oder Wohnung? Unterschiede nach Art der Immobilie

Wohneigentum bedeutet im kleinsten Fall den Kauf einer Wohnung in einem Mehrfamilienhaus oder gar einem Wohnblock. Diese Immobilienarten sind nach Art der Kaufangebote zu unterscheiden:

Eigentumswohnung

Die Kaufpreise für eine Eigentumswohnung sind im Vergleich zu Hausvarianten am günstigsten. Beliebt ist diese kleine Form des Wohneigentums zum Werterhalt und als Absicherung für die Kinder oder für sich selbst. Beim Kauf sollte aber der Gesamtzustand des Objekts, in dem die Wohnung angeboten wird, mit berücksichtigt werden. Denn Eigentümergemeinschaften zahlen für Modernisierungen oft stattliche Summen.

Reihenhaus

Wer sich für den Kauf eines Reihenhauses entscheidet, nimmt optisch in Kauf, dass sein Wohneigentum Teil einer ganzen Reihe gleich aussehender und gleich angelegter Gebäude ist. Wichtig ist hier ein gutes Einverständnis zwischen den Reihenhausbesitzern und das Augenmerk darauf, ob für die Sanierung oder Umgestaltung gemeinschaftliche Regeln vorgeschrieben sind.

Doppelhaushälfte

Doppelhaushälften werden sehr häufig aus einer Erbmasse angeboten oder von Bewohnern, die ihre eigenen Unterhaltskosten für das Gebäude auf diese Weise verringern möchten. Preisgünstig sind hierbei solche Varianten, in welchen der entsprechende Altbau bereits saniert ist und mit den Bewohnern der anliegenden Haushälfte ein vernünftiges nachbarschaftliches Einvernehmen möglich ist. Auch sollte vorab geprüft werden, ob die eigene Hälfte tatsächlich komplett von der anderen Hälfte abgetrennt ist oder ob unvermeidliche Durchgänge bestehen. Dies ist in manchen alten Doppelhäusern der Fall und stammt aus der Zeit der Mehrgenerationenhäuser. Allerdings muss dieser Aspekt kein Hinderungsgrund für einen Kauf sein – sofern die Privatsphäre für alle Bewohner beider Haushälften gewährleistet bleibt oder Einschränkungen von beiden Seiten toleriert werden.

Freistehendes Einfamilienhaus

Ein Häuschen im Grünen, umgeben von Äckern und Büschen, womöglich noch mit Wildtieren vor dem Gartenzaun, das ist für viele finanzkräftige Hauskäufer die bestmögliche Lebensvorstellung. Aber ein freistehendes Einfamilienhaus ist im Preisschnitt aller genannten Hausvarianten am teuersten. Es gilt daher bei der Auswahl auf Mängel zu achten, die Erschließung, Lage, Infrastruktur und eben alle langfristig wichtigen Aspekte zu betrachten. Nur, wenn ein solches Haus ausreichend modern oder modernisiert wurde, ist der insgesamt hohe Kaufpreis auch wirklich eine vorteilhafte Investition.

Fazit:
Das Kaufen von Immobilien ist eine schnelle Möglichkeit zu Wohneigentum zu kommen. Wer die gestalterischen Einschränkungen in Kauf nimmt, findet am Markt neue, erneuerte und alte Objekte, die vielleicht sogar dem eigenen Traum von Architektur, Lage und Ausstattung entsprechen. Ein erfüllter Traum wird der Hauskauf dann, wenn die Bausubstanz langfristig nicht zu hohe Folgekosten für eine Aufwertung oder Sanierung verschlingt. Im Sonderfall Denkmalschutz muss außerdem beachtet werden, ob es Auflagen für den Erhalt und die Umgestaltung gibt. Die preisgünstigste Variante beim Immobilienkauf ist die Eigentumswohnung, die teuerste das freistehende Einfamilienhaus.

2. Bauen

Ein Hausbau erfordert eine langfristige Vorbereitung, ist aber für diejenigen mit der nötigen Ausdauer und Finanzkraft die Selbstverwirklichung in allen Details. Ist erst einmal ein bebaubares Grundstück in der Traumlage gefunden, helfen Bauberater, Bauträger und Architekten budgetabhängig dabei, sich für die langfristige Zukunft abzusichern und die Lebenswünsche Raum für Raum individuell umzusetzen. Obwohl der Hausbau lange dauert und tüchtig Geld kostet, ist ab dem Einzug ein Leben bei geringen Folgekosten möglich. Denn energetische Aspekte werden bei modernen Häusern von den Architekten schon mit berücksichtigt.

Ein Haus bauen – der Traum vom Eigenheim

Werbefilme zeigen oft, wie sich potenzielle Hausbesitzer aus einer schmutzigen Ruine ein schmuckes Eigenheim träumen. So ähnlich beginnt für viele Familien tatsächlich die Idee, ein Haus zu bauen. Inspiration für die bevorzugte Architektur bieten Häuser, die bereits am Markt zu kaufen sind. Jedoch verzichten Hausbau-Fans darauf, sich den baulichen Einschränkungen eines fertigen Objekts anzupassen. Stattdessen gilt es beim Eigenbau, sich zu verwirklichen. Moderne Technik bei der Hausplanung unterstützt diesen Wunsch mit 3D-Ansichten, die das vorläufig erträumte Gebäude virtuell in seiner fertigen Ansicht zeigen. Vom Hauszugang über die Raumgestaltung bis hin zur gewünschten Gartenanlage können Interessenten beim Hausbau mit ihren eigenen Ideen mitwirken. Einzig manche Einschränkungen durch den Bebauungsplan sind zu beachten.

Der Traum vom Eigenheim kann wiederum nach Art der Immobilie unterschiedlich sein. Vom kleinen Einfamilienhaus aus Stein über ein Holzhaus in Blockbauweise bis hin zu einer nostalgisch anmutenden Steinkonstruktion nach Bauart der amerikanischen Südstaaten entstehen in der Kombination architektonischer Designs und Besitzerträume immer wieder einzigartige Hausvarianten. Neben gesetzlichen Einschränkungen kann das eigene Budget auch eine Einschränkung in der Gestaltungsfreiheit bedeuten. Auch ist beim Traum vom Eigenheim zu beachten, dass viele Kommunen für eine bestimmte Wohngegend nur bestimmte Baudesigns zulassen. Wer also beispielsweise in seiner Traumlage kein Bauhausstil mit Flachdach aufstellen darf, diese Bauart aber bevorzugt, muss dann verzichten oder weitersuchen.

Warum viele Interessenten lieber selbst bauen möchten

Der Hauptgrund dafür, dass viele Interessenten lieber bauen als kaufen, ist der Reiz der vollständigen Selbstverwirklichung, angefangen bei der Fußbodenwahl über die Tür- und Fenstergestaltung, den Raumschnitt und viele weitere Details. Aber auch preisliche und lagebedingte Gründe führen oft dazu, dass Interessenten auf Immobiliensuche vom Kaufen zum Bauen kommen. Diese drei Hauptgründe werden am häufigsten für das Bauinteresse genannt:

Preisliche Gründe

In Regionen mit einem derzeit niedrigen Grundstückspreis kann schon der Grundstückskauf im richtigen Augenblick ein Schnäppchen sein. Selbst, wenn er das nicht ist, finden sich Sparmöglichkeiten bei der Finanzierung, der Instandhaltung und den Nebenkosten.

Lagebedingte Gründe

Die Umgebung ist fantastisch, die Infrastruktur komfortabel, nur ein Haus wird in dieser Traumlage nicht angeboten. Aber diejenigen, die wegen der Lage ins Eigenheim kommen möchten, sind oft auf eine ganz bestimmte Wohnlage so fixiert, dass der finanzielle und zeitliche Aufwand für den Hausbau nicht die Priorität ist. Es sollte bei lagebedingten Gründen aber vorab geklärt werden, wie die Bebauungspläne solcher Grundstücke für einen Zeitraum von wenigstens 15 bis 20 Jahren insgesamt aussehen. Denn oft sind Hausbauer enttäuscht, wenn die Idylle ringsum plötzlich von Baulärm und immer neuen Hausbauten zerstört wird.

Gestalterische Gründe

Der Hauptgrund, den Hausbauer für ihre Idee vom selbst gebauten Eigenheim nennen, ist diese wunderbare Möglichkeit, sich etwas völlig Eigenes zu schaffen. Alles, was bisher an Wohnbedingungen störte, kann aus einer eigenen, neuen Architektur weggeplant werden. Was fehlte, setzt der Architekt um, und wo die Inspiration sich etwas völlig Ausgefallenes wünscht, hemmt nur das Budget unter Umständen die Bauträume. Grundriss und Raumschnitt, Etagengestaltung und feine Extravaganzen nach individueller Vorstellung müssen nicht umständlich umgebaut werden, sondern lassen sich in der Planungsphase millimetergenau erfüllen. Einzig Bauvorschriften können manche Details einschränken. Doch auch für einige Sonderwünsche gibt es Ausnahmegenehmigungen, die rechtzeitig vor Baustart beantragt werden können.

Vor- und Nachteile des Hausbaus

Die drei Beweggründe für den Bau statt Kauf einer Immobilie sind zugleich mögliche Vorteile dieser Variante für ein Eigenheim. Es gibt aber auch Nachteile, die rechtzeitig bedacht sein sollten.

Vorteile

  • Schon bei der Grundstückswahl Entscheidungsfreiheit pur für die Ausrichtung des Gesamtbaus (nach Licht oder Sicht oder Umgebungsruhe)
  • Während der Planungsphase detailreiche Eigengestaltung von Haus und Garten in Zusammenarbeit mit Architekten möglich
  • Neubauten ziehen für die ersten Wohnjahre kaum Folgekosten nach sich, da Renovierungen und Sanierungen erst einmal entfallen
  • Mietersparnis kann zur Umsetzung der Wohn- und Lebensträume am selbst gebauten Haus verwendet werden
  • Auch extravagante Vorstellungen sind – falls in der Baugenehmigung erlaubt – ohne Nachfrage bei einem Vermieter oder Hausbesitzer uneingeschränkt umsetzbar
  • Neubau ist langfristig eine gute Wertanlage, vor allem bei modern ausgestatteten Passivhäusern mit Bestwerten im Energiepass

Nachteile

  • Ein Neubau kostet viel Geld, die Gesamtkosten lassen sich schwer festlegen.
  • Es kostet viel Zeit von der Planungsphase bis zum Einzug.
  • Es müssen viele Entscheidungen getroffen werden vor – und während der Bauphase

Auswahlkriterien  beim Grundstückskauf für den Hausbau

Abhängig von der Region ist die Nachfrage an Baugrundstücken unterschiedlich stark. Die Umgebung um das Grundstück herum hat wesentlichen Einfluss darauf, ob der Hausbau die gewünschte Lebensqualität für wenigstens die nächsten 15 bis 20 Jahre bieten kann. Niemand, der Ruhe liebt, wird damit glücklich, wenn vor dem Garten die Güterzüge entlang donnern. Jemand, dem das nichts ausmacht, würde vielleicht in einem Haus am Walde nervös wegen der fehlenden Stadtgeräusche werden. Die nahe Infrastruktur ist ebenfalls ein wichtiges Auswahlkriterium für den Hausbau.

Welche Bauweise soll es sein?

Das Wohnempfinden ist in Häusern unterschiedlich, je nachdem, aus welchem Baustoff diese gebaut werden. Obwohl mit Dämmung und technischer Ausstattung die Behaglichkeit in jeder Variante ähnlich ist, entscheidet der persönliche Geschmack darüber, ob ein Massivhaus oder ein Holzhaus den besseren Lebenskomfort bildet. Grundsätzlich besitzt jede Bauweise Vor – und Nachteile.

Holzhaus

Holz als Baustoff erlebt gerade einen Boom auf dem Immobilienmarkt. Der Baustoff ist in seiner Verwendbarkeit unvergleichlich vielseitig, besitzt bei guter Planung vorzügliche statische Eigenschaften und hat eine unübertreffliche Öko-Bilanz im Vergleich verfügbarer Materialien. Die wichtigsten Bautypen bei Holzhäusern sind das klassische Fachwerkhaus, Holzhäuser in Blockbohlenbauweise und Holzhäuser, deren Tragwerk aus Holz gemacht ist, dessen Füllungen allerdings aus Stein oder Ziegel und geeigneten Dämmmaterialien bestehen. Holz als Baustoff ist teurer als Stein und es müssen höhere Zusatzkosten für Dämmung und Füllungen kalkuliert werden. Spannend sind die modernen Aufbauzeiten für Holzhäuser. Diese sind nämlich um Wochen kürzer als beim Steinhaus. Durch Innenausbau und die aufwendige Vorproduktion ist die effektive Zeit von der Planung bis zum Einzug aber identisch mit dem Massivhaus.

 

Haus aus Stein

Vorteilhaft an einem Haus aus Stein ist trotz der längeren Bauzeit? der geringere Dämmaufwand und die bessere Widerstandsfähigkeit gegen Nässe und andere Witterungseinflüsse. Es muss weniger auf- und zwischengebaut werden, um die gewünschte massive Wohnqualität zu erzielen. Zu den Vorzügen von Steinhäusern (am besten bei Ziegelhäusern zu beobachten) sind die Speichereigenschaften der Steine. Tagsüber wird Kühle in das Hausinnere abgegeben, nachts die Tageswärme. Dies kann bei günstiger Bauweise die Heizkosten reduzieren. Es schafft in jedem Fall ein sehr stabiles Raumklima, das viele Hausbesitzer der Leichtigkeit eines Holzhauses vorziehen. Ein weiterer Vorteil des Massivhauses ist der Schallschutz, vor allem wenn die Innenwände aus Kalksandstein bestehen, wird es in diesem Haus deutlich ruhiger als im Fertighaus.

Fazit:

Bauen hat gegenüber dem Kaufen von Immobilien den größten Vorteil der beinahe unbegrenzten Gestaltungsmöglichkeiten. Einzig das Budget oder regionale Bauvorschriften stellen Grenzen dafür dar. Bei der Auswahl muss zunächst das Grundstück gefunden sein, wobei dessen Lage und die künftigen Bebauungspläne zu berücksichtigen sind. Auch die Wahl der Baustoffe und der Bauweise wirken sich langfristig darauf aus, wie zufrieden Häuslebauer ihre eigenen vier Wände genießen können.

 

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